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Was für diese Größe gilt, und was nicht
Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung besteht unabhängig von der Betriebsgröße. Sie folgt aus § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG, wie das Bundesarbeitsgericht am 13.09.2022 entschieden hat (1 ABR 22/21). Eine Formvorschrift gibt es heute nicht: handschriftlich ist zulässig.
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Der Referentenentwurf zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes vom 18.06.2026 würde die elektronische Form vorschreiben, sieht dafür aber gestaffelte Übergangsfristen vor und für Kleinstbetriebe bis zehn Beschäftigte eine dauerhafte Befreiung. Das ist ein Entwurf und kein geltendes Recht; wer heute mit „Pflicht ab 2027" wirbt, verkauft ein Vorhaben als Gesetz.
Unabhängig davon gilt § 17 MiLoG für Minijobs und für die Branchen aus § 2a SchwarzArbG: Beginn, Ende und Dauer spätestens sieben Kalendertage nach der Arbeitsleistung, zwei Jahre aufbewahren. Diese Pflicht kennt keine Größengrenze.
Was ein kleiner Betrieb wirklich braucht
Die Liste ist kürzer, als die Anbieterseiten vermuten lassen. Vier Punkte tragen, alles andere ist Zugabe.
- Erfassen, wo gearbeitet wird: App auf dem Handy, Weberfassung am Rechner oder ein Terminal an der Tür, wenn nicht jede Person ein Diensthandy hat.
- Korrekturen mit Spur. Wer nachträglich ändert, muss erkennbar bleiben; genau das leistet eine Tabelle nicht.
- Urlaub und Krankheit am selben Ort, sonst wird das Stundenkonto im Monatsabschluss unbrauchbar.
- Eine Auswertung, die der Steuerberater versteht, als Excel oder CSV.
Die Kostenfrage bei kleiner Zahl
Pro-Kopf-Preise sind in dieser Größe fast immer günstiger als Pakete und Grundgebühren: Eine Grundgebühr von 19,50 oder 29,95 Euro im Monat verteilt sich auf wenige Köpfe und schlägt dadurch besonders durch. Ein Anbieter mit Mindestabnahme ab fünf oder zehn Personen fällt für einen Betrieb mit sechs Beschäftigten praktisch aus.
| Anbieter | Einstiegspreis | Preis öffentlich | Compliance geprüft |
|---|---|---|---|
| askDANTE | kostenfreier Tarif, sonst ab 4,50 €/User | ja | ja |
| clockin | ab 3,59 €/User, 24 Monate Laufzeit | ja | ja |
| Clockodo | ab 4 €/User, ohne Personalakte | ja | ja |
| Crewmeister | ab 1,50 €/User, Module extra | ja | ja |
| Timebutler | ab 29,95 €/Monat | ja | ja |
| TimeTac | ab 19,50 €/Monat Basisgebühr | nein | ja |
| timr | ab 8 €/User, ab 20 Personen auf Anfrage | ja | ja |
| MetronHR | ab 5 €/User, keine Mindestzahl | ja | ja |
Stand 15.09.2026, Quelle wie oben. Grundgebühren und Mindestabnahmen stehen in der Preisspalte, weil sie in dieser Betriebsgröße den Ausschlag geben.
askDANTE
- Einstiegspreis
- kostenfreier Tarif, sonst ab 4,50 €/User
- Preis öffentlich
- ja
- Compliance geprüft
- ja
clockin
- Einstiegspreis
- ab 3,59 €/User, 24 Monate Laufzeit
- Preis öffentlich
- ja
- Compliance geprüft
- ja
Clockodo
- Einstiegspreis
- ab 4 €/User, ohne Personalakte
- Preis öffentlich
- ja
- Compliance geprüft
- ja
Crewmeister
- Einstiegspreis
- ab 1,50 €/User, Module extra
- Preis öffentlich
- ja
- Compliance geprüft
- ja
Timebutler
- Einstiegspreis
- ab 29,95 €/Monat
- Preis öffentlich
- ja
- Compliance geprüft
- ja
TimeTac
- Einstiegspreis
- ab 19,50 €/Monat Basisgebühr
- Preis öffentlich
- nein
- Compliance geprüft
- ja
timr
- Einstiegspreis
- ab 8 €/User, ab 20 Personen auf Anfrage
- Preis öffentlich
- ja
- Compliance geprüft
- ja
MetronHR
- Einstiegspreis
- ab 5 €/User, keine Mindestzahl
- Preis öffentlich
- ja
- Compliance geprüft
- ja
Stand 15.09.2026, Quelle wie oben. Grundgebühren und Mindestabnahmen stehen in der Preisspalte, weil sie in dieser Betriebsgröße den Ausschlag geben.
Wann Excel noch reicht und wann nicht mehr
Eine Tabelle erfüllt die Aufzeichnungspflicht formal, solange Beginn, Ende und Pausen darin stehen. Ihr Problem ist nicht die Form, sondern die Nachträglichkeit: Sie lässt sich ändern, ohne dass es jemand sieht, und im Streitfall über Überstunden trägt sie deshalb nichts.
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Der Wechselpunkt liegt in der Praxis dort, wo das Einsammeln und Abtippen im Monat mehrere Stunden kostet, oder wo zum ersten Mal jemand eine Auswertung braucht, die nicht schon in der Tabelle steht.
Angaben zu Mitbewerbern stammen von deren öffentlich zugänglichen Seiten und können sich ändern. Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.