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Was sich zum 30. Dezember 2025 geändert hat
Das Gesetz zur Modernisierung und Digitalisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung hat die Liste in § 2a Absatz 1 Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz erweitert. Das Friseur- und Kosmetikgewerbe steht dort seither als Nummer 11, neben Bau, Gaststätten, Speditionen, Schaustellergewerbe, Forstwirtschaft, Gebäudereinigung, Messebau, Fleischwirtschaft, Prostitutionsgewerbe und Wach- und Sicherheitsgewerbe.
Diese Liste regelt für sich genommen nur die Pflicht, den Ausweis mitzuführen. Ihre Wirkung auf die Arbeitszeit entsteht an anderer Stelle: § 17 Absatz 1 Mindestlohngesetz verweist auf genau diese Wirtschaftsbereiche und knüpft daran die Aufzeichnungspflicht.
Praktisch relevant wird das mit dem 1. Januar 2026, weil die Aufzeichnung für vollständige Kalendermonate geführt wird.
Der Wortlaut, beide Vorschriften
§ 2a Absatz 1 SchwarzArbG, Einleitungssatz: „Bei der Erbringung von Dienst- oder Werkleistungen sind die in folgenden Wirtschaftsbereichen oder Wirtschaftszweigen tätigen Personen verpflichtet, ihren Personalausweis, Pass, Passersatz oder Ausweisersatz mitzuführen und den Behörden der Zollverwaltung auf Verlangen vorzulegen". Nummer 11 lautet: „im Friseur- und Kosmetikgewerbe".
§ 17 Absatz 1 Satz 1 MiLoG: „Ein Arbeitgeber, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nach § 8 Absatz 1 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch oder in den in § 2a des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes genannten Wirtschaftsbereichen oder Wirtschaftszweigen beschäftigt, ist verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit dieser Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spätestens bis zum Ablauf des siebten auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages aufzuzeichnen und diese Aufzeichnungen mindestens zwei Jahre beginnend ab dem für die Aufzeichnung maßgeblichen Zeitpunkt aufzubewahren."
Der Verweis in Satz 1 ist der entscheidende Punkt: er nennt keine Verdienstgrenze, sondern den Wirtschaftsbereich. Wer in einem der genannten Bereiche beschäftigt, zeichnet für alle auf.
Für wen die Pflicht gilt
Für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Betriebs, unabhängig vom Verdienst. Das ist der Unterschied zur allgemeinen Regel: außerhalb der Bereiche des § 2a SchwarzArbG trifft § 17 MiLoG nur geringfügig Beschäftigte nach § 8 Absatz 1 SGB IV.
Nicht erfasst sind die Inhaberin oder der Inhaber selbst und mitarbeitende Familienangehörige ohne Arbeitsvertrag. Wer als Stuhlmieterin selbstständig arbeitet, ist keine Arbeitnehmerin; ob die Selbstständigkeit trägt, ist eine eigene Frage und hängt an den tatsächlichen Verhältnissen, nicht am Vertragstitel.
Was aufzuzeichnen ist, und bis wann
| Punkt | Vorgabe |
|---|---|
| Was | Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit |
| Für wen | alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Betriebs |
| Bis wann | spätestens am siebten Kalendertag nach dem Tag der Arbeitsleistung |
| Wie lange | mindestens zwei Jahre ab dem maßgeblichen Zeitpunkt |
| Form | nicht vorgeschrieben. Papier ist zulässig, muss aber lesbar und vollständig sein |
Nach § 17 Abs. 1 MiLoG in Verbindung mit § 2a Abs. 1 Nr. 11 SchwarzArbG, abgerufen bei gesetze-im-internet.de am 04.09.2026.
Was
- Vorgabe
- Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit
Für wen
- Vorgabe
- alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Betriebs
Bis wann
- Vorgabe
- spätestens am siebten Kalendertag nach dem Tag der Arbeitsleistung
Wie lange
- Vorgabe
- mindestens zwei Jahre ab dem maßgeblichen Zeitpunkt
Form
- Vorgabe
- nicht vorgeschrieben. Papier ist zulässig, muss aber lesbar und vollständig sein
Nach § 17 Abs. 1 MiLoG in Verbindung mit § 2a Abs. 1 Nr. 11 SchwarzArbG, abgerufen bei gesetze-im-internet.de am 04.09.2026.
Was bei einer Prüfung passiert
Zuständig ist die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls. Sie prüft ohne Ankündigung, und sie prüft nicht nur die Aufzeichnungen, sondern auch, ob die anwesenden Personen ihren Ausweis dabeihaben; das ist die zweite Pflicht aus § 2a SchwarzArbG.
Wer die Aufzeichnungen nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig führt, handelt ordnungswidrig. Der Bußgeldrahmen des § 21 MiLoG reicht bis zu 30.000 Euro. Wer den Mindestlohn nicht zahlt, riskiert bis zu 500.000 Euro, und ohne Aufzeichnung lässt sich das Gegenteil schwer belegen.
Was ein Salon jetzt tun sollte
Anfangen. Die Pflicht besteht seit dem 30. Dezember 2025, sie hängt nicht an einer Übergangsfrist und nicht an der Novelle des Arbeitszeitgesetzes, die davon getrennt zu betrachten ist.
Für die Aufzeichnung reicht rechtlich ein Formular auf Papier. Der Aufwand liegt nicht im Erfassen, sondern im Zusammenrechnen am Monatsende und im Wiederfinden nach zwei Jahren. Wer ohnehin mit Terminbuch arbeitet, tut sich mit einer Lösung leichter, die Beginn und Ende beim Stempeln festhält und die Frist von sieben Tagen von allein einhält.
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: 4. September 2026