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Sechs Wochen, und zwar Kalendertage
Der Anspruch besteht nach § 3 Abs. 1 EFZG, wenn die Arbeitsunfähigkeit unverschuldet ist und alleinige Ursache des Arbeitsausfalls. Gezählt werden 42 Kalendertage einschließlich Wochenenden und Feiertagen, nicht 42 Arbeitstage.
Voraussetzung ist ein ununterbrochenes Arbeitsverhältnis von vier Wochen (§ 3 Abs. 3 EFZG). Wer vorher erkrankt, bekommt von Beginn an Krankengeld.
Fortzuzahlen ist das Entgelt, das ohne den Ausfall angefallen wäre (§ 4 Abs. 1 EFZG), einschließlich Zuschlägen für Arbeit, die tatsächlich angefallen wäre. Vergütung für Überstunden bleibt außer Betracht.
Dieselbe Krankheit zum zweiten Mal
Hier liegt der Fehler, der in der Lohnbuchhaltung am häufigsten passiert. Ein neuer Anspruch auf sechs Wochen entsteht bei derselben Krankheit nur unter einer von zwei Bedingungen, und beide Fristen starten an verschiedenen Ereignissen.
| Frist | Läuft ab | Bedeutung |
|---|---|---|
| Sechs Monate | Ende der letzten Arbeitsunfähigkeit wegen dieser Krankheit | In diesen sechs Monaten darf keine Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit bestanden haben. |
| Zwölf Monate | Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit wegen dieser Krankheit | Nach Ablauf entsteht ein neuer Anspruch, auch wenn zwischendurch Arbeitsunfähigkeit bestand. |
| Neue, unabhängige Krankheit | sofort | Eigener Anspruch von sechs Wochen, auch unmittelbar im Anschluss. Bei gleichzeitigem Auftreten bleibt es bei einem Zeitraum. |
Stand 15.09.2026, § 3 Abs. 1 Satz 2 EFZG. Ob zwei Erkrankungen dieselbe sind, ist eine medizinische Frage und keine der Personalabteilung.
Sechs Monate
- Läuft ab
- Ende der letzten Arbeitsunfähigkeit wegen dieser Krankheit
- Bedeutung
- In diesen sechs Monaten darf keine Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit bestanden haben.
Zwölf Monate
- Läuft ab
- Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit wegen dieser Krankheit
- Bedeutung
- Nach Ablauf entsteht ein neuer Anspruch, auch wenn zwischendurch Arbeitsunfähigkeit bestand.
Neue, unabhängige Krankheit
- Läuft ab
- sofort
- Bedeutung
- Eigener Anspruch von sechs Wochen, auch unmittelbar im Anschluss. Bei gleichzeitigem Auftreten bleibt es bei einem Zeitraum.
Stand 15.09.2026, § 3 Abs. 1 Satz 2 EFZG. Ob zwei Erkrankungen dieselbe sind, ist eine medizinische Frage und keine der Personalabteilung.
Krankengeld ab Woche sieben
Nach den sechs Wochen zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld: 70 Prozent des Bruttoentgelts, höchstens 90 Prozent des Nettoentgelts, gedeckelt durch die Beitragsbemessungsgrenze. Davon gehen Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung ab.
Für dieselbe Krankheit besteht der Anspruch bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren, die sechs Wochen Entgeltfortzahlung eingerechnet.
Krank im Urlaub, Nachweis, Kind krank
Wer im Urlaub krank wird, bekommt die nachgewiesenen Krankheitstage nach § 9 BUrlG zurück auf das Urlaubskonto. Nötig ist eine ärztliche Bescheinigung; der Urlaub verlängert sich dadurch nicht von selbst, die Tage sind neu zu beantragen.
Die Arbeitsunfähigkeit ist unverzüglich anzuzeigen. Der Nachweis ist nach § 5 EFZG ab dem vierten Kalendertag fällig, der Betrieb kann ihn aber schon ab dem ersten Tag verlangen. Gesetzlich Versicherte melden seit 2023 elektronisch, der Betrieb ruft die Bescheinigung bei der Kasse ab.
Für die Pflege eines kranken Kindes gilt nicht das EFZG, sondern § 45 SGB V: Kinderkrankengeld von der Kasse, mit einer eigenen Zahl von Tagen je Kind und Elternteil.
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: 15. September 2026