So planst du den Praxisdienst in einer Arztpraxis
Der Praxistag wird nicht in Schichten geplant, sondern in Tätigkeiten: Sprechstunde, Hausbesuch, Blutentnahme, Anmeldung. Jede davon hängt an einer Qualifikation, und der Bereitschaftsdienst der Vornacht verschiebt, wer am Morgen überhaupt anfangen darf.
Stand:September 2026
Schritt 1: Tätigkeiten anlegen, nicht Schichten
Ein Schichtplan sagt, wer von wann bis wann da ist. Das reicht in einer Praxis nicht, weil dieselbe Person im Lauf des Vormittags drei verschiedene Dinge tut. Lege deshalb zuerst die Tätigkeiten an, die es bei euch gibt: Sprechstunde, Hausbesuch, Blutentnahme, Impfsprechstunde, Anmeldung, Abrechnung.
Jede Tätigkeit bekommt eine Dauer im Raster, meist 30 Minuten. Damit wird der Tagesplan zu einer Fläche, in der sichtbar ist, wer gerade wofür eingeteilt ist, statt nur, wer anwesend ist.
Schritt 2: Qualifikationen hinterlegen
Delegierbare Leistungen dürfen nur von Personen übernommen werden, die dafür qualifiziert sind. Im Plan heißt das: Eine Tätigkeit bekommt eine Besetzungsregel, die an eine Qualifikation gebunden ist, nicht an eine bestimmte Person.
Der Vorteil zeigt sich beim Ausfall: Wenn jemand krank wird, sucht das System nach Personen mit derselben Qualifikation, statt dass die Praxisleitung im Kopf durchgeht, wer einspringen könnte.
- Eine Tätigkeit kann mehrere Qualifikationen zugleich verlangen.
- Personen können mehrere Qualifikationen tragen.
- Wer eine Qualifikation nicht hat, erscheint bei dieser Tätigkeit gar nicht erst als Vorschlag.
Schritt 3: Den Bereitschaftsdienst eintragen
Der Bereitschaftsdienst außerhalb der Sprechzeiten gehört zum Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigung, und die Einteilung kommt von dort. Trage ihn als eigene Schicht ein, nicht als normale Arbeitszeit.
Der Grund ist die Rechnung danach: Nach einem Dienst gelten elf Stunden Ruhezeit nach § 5 ArbZG. Wer den Dienst nur in einer Liste führt, plant die Sprechstunde am nächsten Morgen zu früh, und der Fehler fällt erst auf, wenn jemand ihn nachrechnet.
Die Regeln zu kennen ist das eine, sie im Alltag einzuhalten das andere. MetronHR prüft Pausen, Ruhezeiten und Höchstarbeitszeit automatisch beim Erfassen.
Schritt 4: Auszubildende gesondert prüfen
Für Auszubildende unter 18 gelten die engeren Grenzen des Jugendarbeitsschutzgesetzes: höchstens acht Stunden am Tag und 40 in der Woche, längere Pausen, eine Nachtruhe. In einer Praxis mit MFA-Ausbildung betrifft das oft ein bis zwei Personen.
Diese Prüfung läuft in MetronHR automatisch, sobald das Geburtsdatum hinterlegt ist. Sie ist getrennt von der Prüfung nach dem Arbeitszeitgesetz, weil sie strenger ist.
Schritt 5: Veröffentlichen und die Zeiterfassung laufen lassen
Der Plan sagt, was vorgesehen ist. Die Zeiterfassung sagt, was tatsächlich war, und nur die erfüllt die Aufzeichnungspflicht. Beide laufen nebeneinander: Wer kommt, stempelt, und am Monatsende steht die Abweichung zwischen Plan und Ist in der Auswertung.
Gestempelt wird dort, wo gearbeitet wird: am Empfang im Browser, im Behandlungszimmer über ein Terminal mit Karte, beim Hausbesuch in der App.
Nachlesen:§ 5 Arbeitszeitgesetz (Ruhezeit), § 3 und § 4 ArbZG · § 75 Abs. 1b SGB V (Bereitschaftsdienst) · § 8, § 11 und § 13 Jugendarbeitsschutzgesetz
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: September 2026
Häufige Fragen
Was uns dazu am häufigsten gefragt wird.
Ja, das ist der Regelfall. Beide sind Tätigkeiten im selben Tagesplan, mit unterschiedlicher Dauer. Für den Hausbesuch zählt auch die Fahrzeit als Arbeitszeit, und sie wird beim Stempeln in der App miterfasst.
Der Dienst wird als Schicht eingetragen, und die Konfliktprüfung meldet beim Planen, wenn die elf Stunden Ruhezeit nach § 5 ArbZG nicht eingehalten sind. Verhindert wird die Einteilung nicht, denn es gibt Ausnahmen nach § 5 Abs. 2 und § 7 ArbZG, aber sie ist sichtbar.
Die offene Tätigkeit geht als Anfrage an alle Personen mit der passenden Qualifikation, nicht an die Praxisleitung. Wer zusagt, ist eingeteilt. Das spart die Runde von Telefonaten, die sonst am Morgen anfällt.
Ja. Zeiterfassung, Abwesenheiten und Überstunden gehören zum Team-Tarif mit 5 € je Person und Monat. Die Einsatz- und Schichtplanung mit Tätigkeiten und Besetzungsregeln gehört zum Professional-Tarif mit 10 €.
Steht deine Frage nicht dabei? Schritt für Schritt erklärt ist die Bedienung im Hilfezentrum.
Regeln kennen ist das eine. Sie einhalten das andere.
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