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Kein Anspruch, aber auch keine Anordnung
Ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf Arbeit von zu Hause besteht in Deutschland nicht. Mobile Arbeit beruht auf Vereinbarung, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag.
Umgekehrt kann der Arbeitgeber sie auch nicht einseitig anordnen, wenn im Arbeitsvertrag ein Arbeitsort vereinbart ist. Das Direktionsrecht nach § 106 Gewerbeordnung reicht dafür nicht; die Wohnung ist kein betrieblicher Arbeitsort.
Was sich rechtlich nicht ändert
Die Erfassungspflicht gilt unabhängig vom Ort. Wer im Betrieb erfasst, muss es zu Hause auch tun.
Ebenso gelten die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes. Genau hier liegt das praktische Problem: Wer abends um 22 Uhr noch eine Mail schreibt und morgens um 7 Uhr wieder beginnt, unterschreitet die Ruhezeit von elf Stunden. Im Büro fällt so etwas auf, zu Hause nicht.
Auch der gesetzliche Unfallversicherungsschutz besteht, und zwar seit 2021 ausdrücklich auch für Wege innerhalb der Wohnung, die der versicherten Tätigkeit dienen (§ 8 Abs. 1 SGB VII).
Telearbeit oder mobiles Arbeiten
Die Arbeitsstättenverordnung unterscheidet: Telearbeitsplätze im Sinne von § 2 Abs. 7 ArbStättV sind vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich, mit vereinbarter Wochenarbeitszeit und Dauer. Für sie gelten die Anforderungen der Verordnung an Bildschirmarbeitsplätze.
Mobiles Arbeiten ohne fest eingerichteten Platz fällt nicht darunter. Die Grundpflichten aus dem Arbeitsschutzgesetz bleiben trotzdem bestehen, darunter die Gefährdungsbeurteilung und die Unterweisung.
Was der Betriebsrat mitbestimmt
Seit 2021 ist die Ausgestaltung mobiler Arbeit ausdrücklich mitbestimmungspflichtig (§ 87 Abs. 1 Nr. 14 BetrVG). Das Ob bleibt mitbestimmungsfrei, das Wie nicht: Umfang, Lage, Erreichbarkeit, Ausstattung.
Dazu kommen die klassischen Tatbestände: Lage der Arbeitszeit (Nr. 2), Ordnung im Betrieb (Nr. 1) und technische Einrichtungen zur Verhaltens- oder Leistungskontrolle (Nr. 6). Eine Zeiterfassung im Homeoffice berührt alle drei.
- Ort und Umfang schriftlich festhalten, mit beidseitiger Beendigungsfrist.
- Erreichbarkeitszeiten vereinbaren, damit die Ruhezeit nicht faktisch entfällt.
- Arbeitsmittel benennen und Rückgabe regeln.
- Datenschutz: Bildschirm sperren, Unterlagen für Dritte unzugänglich aufbewahren.
- Erfassung wie im Betrieb, mit Hinweis bei unterschrittener Ruhezeit.
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: 2. September 2026