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Arbeitszeit in der Kfz-Werkstatt: was für Mechatroniker und Azubis gilt

Kurz gesagtIn der Kfz-Werkstatt gilt das Arbeitszeitgesetz ohne Branchenausnahme: acht, höchstens zehn Stunden am Tag, elf Stunden Ruhezeit, der Samstag ist ein normaler Werktag. Für Azubis unter 18 erlaubt das Jugendarbeitsschutzgesetz den Samstag in Reparaturwerkstätten ausdrücklich, verlangt dafür aber einen freien Tag in derselben Woche. Maßgeblich ist die geleistete Zeit, nicht die verkauften Arbeitswerte.
Stand: November 20262 Minuten LesezeitArbeitszeitgesetz (ArbZG), §§ 2 bis 5, 16 · Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG), §§ 8, 9, 11, 13, 15, 16
Inhalt
  1. Die Grenzen für Mechatroniker
  2. Azubis: Berufsschule, Fünf-Tage-Woche, Samstag
  3. Arbeitswerte sind keine Arbeitszeit
  4. Wer in der Werkstatt aufzeichnen muss
  5. Anwesenheit und Auftrag in einem System

Die Grenzen für Mechatroniker

Für Erwachsene gelten die allgemeinen Regeln des Arbeitszeitgesetzes. Das Kfz-Handwerk hat dort keine eigenen Ausnahmen, auch nicht bei der Ruhezeit. Ein Tarifvertrag des Kfz-Handwerks kann Wochenarbeitszeit und Zuschläge regeln; gilt einer für deinen Betrieb, geht er innerhalb der gesetzlichen Grenzen vor.

Erwachsene und Jugendliche in der Werkstatt

Regelab 18 Jahrenunter 18 Jahren
Arbeitszeit8 Stunden je Werktag, bis 10 bei Ausgleich (§ 3 ArbZG)höchstens 8 Stunden am Tag, 40 in der Woche (§ 8 JArbSchG)
Pause30 Minuten ab mehr als 6 Stunden, 45 ab mehr als 9 (§ 4 ArbZG)30 Minuten ab mehr als 4,5 Stunden, 60 ab mehr als 6 (§ 11 JArbSchG)
Ruhezeit11 Stunden (§ 5 ArbZG)12 Stunden (§ 13 JArbSchG)
ArbeitstageMontag bis Samstagfünf Tage je Woche (§ 15 JArbSchG)
Samstagnormaler Werktagin Kfz-Reparaturwerkstätten erlaubt, Ausgleichstag in derselben Woche (§ 16 JArbSchG)
  • Arbeitszeit

    ab 18 Jahren
    8 Stunden je Werktag, bis 10 bei Ausgleich (§ 3 ArbZG)
    unter 18 Jahren
    höchstens 8 Stunden am Tag, 40 in der Woche (§ 8 JArbSchG)
  • Pause

    ab 18 Jahren
    30 Minuten ab mehr als 6 Stunden, 45 ab mehr als 9 (§ 4 ArbZG)
    unter 18 Jahren
    30 Minuten ab mehr als 4,5 Stunden, 60 ab mehr als 6 (§ 11 JArbSchG)
  • Ruhezeit

    ab 18 Jahren
    11 Stunden (§ 5 ArbZG)
    unter 18 Jahren
    12 Stunden (§ 13 JArbSchG)
  • Arbeitstage

    ab 18 Jahren
    Montag bis Samstag
    unter 18 Jahren
    fünf Tage je Woche (§ 15 JArbSchG)
  • Samstag

    ab 18 Jahren
    normaler Werktag
    unter 18 Jahren
    in Kfz-Reparaturwerkstätten erlaubt, Ausgleichstag in derselben Woche (§ 16 JArbSchG)

Azubis: Berufsschule, Fünf-Tage-Woche, Samstag

Kfz-Reparaturwerkstätten stehen ausdrücklich in der Liste der Betriebe, in denen Jugendliche samstags arbeiten dürfen (§ 16 Abs. 2 Nr. 11 JArbSchG). Mindestens zwei Samstage im Monat sollen aber frei bleiben, und für jeden Samstag bekommt der oder die Auszubildende einen freien Tag in derselben Woche, an dem keine Berufsschule ist (§ 16 Abs. 3 JArbSchG). Mehr als fünf Arbeitstage je Woche sind nicht erlaubt (§ 15 JArbSchG).

Die Berufsschule zählt mit. Vor einem Unterricht, der vor 9 Uhr beginnt, darf der Betrieb Jugendliche nicht beschäftigen; das gilt auch für über 18-Jährige, die noch berufsschulpflichtig sind. Ein Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden wird einmal in der Woche mit der durchschnittlichen täglichen Arbeitszeit angerechnet, danach darf an diesem Tag nicht mehr gearbeitet werden (§ 9 JArbSchG).

Arbeitswerte sind keine Arbeitszeit

Der Kunde zahlt Arbeitswerte nach Herstellervorgabe, gearbeitet wird in Stunden. Für Höchstarbeitszeit, Pausen und Ruhezeit zählt nur die tatsächliche Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne Pausen (§ 2 Abs. 1 ArbZG). Rüsten, Teile holen, Rückfragen und Wartezeiten fehlen in der Auftragszeit, gehören aber zur Arbeitszeit.

Wer die Zeit nur über Aufträge erfasst, unterschätzt deshalb die Arbeitszeit, und eine Überschreitung der Zehn-Stunden-Grenze fällt nicht auf. Anwesenheit und Auftragszeit gehören in zwei getrennte Spalten.

Wer in der Werkstatt aufzeichnen muss

Kfz-Betriebe stehen nicht in der Branchenliste des § 2a SchwarzArbG. Die strenge Pflicht aus § 17 MiLoG, Beginn, Ende und Dauer binnen sieben Kalendertagen aufzuzeichnen und zwei Jahre aufzubewahren, gilt deshalb für Minijobber, etwa die Aushilfe in der Fahrzeugaufbereitung.

Für alle anderen gilt: Arbeitszeit über acht Stunden je Werktag ist nach § 16 Abs. 2 ArbZG aufzuzeichnen und zwei Jahre aufzubewahren. Und seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 müssen Arbeitgeber die Arbeitszeit grundsätzlich erfassen, ohne dass eine Form vorgeschrieben ist.

Anwesenheit und Auftrag in einem System

In MetronHR stempeln Mechatroniker am Terminal in der Werkstatt mit NFC-Karte, mit öligen Händen reicht die Karte, oder per App. Die Zeit steht minutengenau im System, ohne Rundung. Zeiten lassen sich Projekten zuordnen, in jedem Tarif, sodass neben der Anwesenheit sichtbar wird, wie viel Zeit in Aufträge geflossen ist.

Im Dienstplan des Professional-Tarifs prüft MetronHR für Jugendliche das Zeitfenster, die Fünf-Tage-Woche und den Samstag mit, für alle die eingestellte Ruhezeit und die Tages- und Wochengrenze. Am Monatsende stehen die Stunden je Person in der Excel-Monatsübersicht und in der Lohndatei für DATEV.

Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.

Ugur Aydogan, Produktentwicklung bei der AMNAU GmbH

Herausgeberin: AMNAU GmbH

Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.

Zuletzt fachlich geprüft: 2. November 2026

Häufige Fragen

Was uns dazu am häufigsten gefragt wird.

Steht deine Frage nicht dabei? Schritt für Schritt erklärt ist die Bedienung im Hilfezentrum.

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Wie viele Stunden darf ein Kfz-Mechatroniker am Tag arbeiten?

Acht Stunden, bis zu zehn, wenn der Schnitt über sechs Monate oder 24 Wochen bei acht Stunden je Werktag bleibt. Danach folgen elf Stunden Ruhezeit.

Dürfen Kfz-Azubis samstags arbeiten?

Ja, Reparaturwerkstätten für Kraftfahrzeuge sind in § 16 JArbSchG ausdrücklich ausgenommen. Dafür gibt es einen freien Tag in derselben Woche, und mindestens zwei Samstage im Monat sollen frei bleiben.

Wird die Berufsschule auf die Arbeitszeit angerechnet?

Ja. Ein Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden zählt einmal in der Woche mit der durchschnittlichen täglichen Arbeitszeit, sonst die Unterrichtszeit mit Pausen und Wegezeit zum Betrieb (§ 9 Abs. 2 JArbSchG).

Sind Arbeitswerte dasselbe wie Arbeitszeit?

Nein. Arbeitswerte sind eine Kalkulationsgröße für den Kunden. Arbeitszeit ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne Pausen.

Regeln kennen ist das eine. Sie einhalten das andere.

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