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Wie die Jahressollzeit entsteht
Ausgangspunkt ist die vertragliche Wochenarbeitszeit. Sie wird mit der Zahl der Wochen im Jahr multipliziert, dann werden Urlaub und die auf Arbeitstage fallenden Feiertage abgezogen, weil für sie ohnehin keine Arbeitsleistung geschuldet ist.
Das Ergebnis ist eine einzige Zahl für das Jahr. Ob sie im Januar oder im Juli erbracht wird, ist dem Modell gleichgültig, solange die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes eingehalten werden.
Was das Modell nicht aushebelt
Die Höchstarbeitszeit von acht Stunden werktäglich, ausnahmsweise zehn, gilt unverändert. Ebenso der Ausgleichszeitraum von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen aus § 3 ArbZG. Ein Jahreskonto darf also nicht dazu führen, dass jemand ein halbes Jahr zwölf Stunden arbeitet und danach ein halbes Jahr frei hat.
Das wird regelmäßig verwechselt: Der Ausgleichszeitraum des Arbeitszeitgesetzes und der Abrechnungszeitraum des Zeitkontos sind zwei verschiedene Dinge. Das Konto darf über zwölf Monate laufen, die gesetzliche Durchschnittsrechnung nicht.
Wofür es sich eignet
Für Betriebe mit deutlicher Saison: Gartenbau, Bäder, Tourismus, Landwirtschaft, Steuerberatung mit Abgabefristen. Dort verteilt sich die Arbeit ungleich über das Jahr, und ein Wochenmodell erzwingt jede Woche eine Ausnahme.
Beispiel: Jahressoll bei 38 Wochenstunden
- 38 Stunden × 52,14 Wochen = 1.981 Stunden brutto.
- Abzug 30 Urlaubstage: 30 × 7,6 = 228 Stunden.
- Abzug 11 Feiertage auf Arbeitstagen: 11 × 7,6 = 83,6 Stunden.
- Jahressoll: 1.981 − 228 − 83,6 = 1.669,4 Stunden.
Häufiger Fehler
Das Jahreskonto wird mit dem Ausgleichszeitraum des Arbeitszeitgesetzes verwechselt. Die Durchschnittsrechnung nach § 3 ArbZG läuft weiterhin über sechs Monate oder 24 Wochen, unabhängig davon, wie lange das Konto geführt wird.
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: 2. September 2026