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Was rechtlich dahintersteht
Das Arbeitszeitgesetz kennt den Begriff nicht. Ein Arbeitszeitkonto beruht auf Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag. Ohne eine solche Grundlage gibt es kein Konto, sondern nur Mehrarbeit, die zu vergüten ist.
Besteht ein Betriebsrat, unterliegt die Einführung der Mitbestimmung: § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG für die Lage der Arbeitszeit und Nr. 3 für die vorübergehende Verlängerung oder Verkürzung.
Unabhängig vom Konto gelten die Grenzen aus § 3 ArbZG. Ein Konto verschiebt die Vergütung, nicht die Höchstarbeitszeit.
Kurzzeit- und Langzeitkonto
Kurzzeitkonten gleichen innerhalb weniger Monate aus, meist mit einer Kappungsgrenze nach oben und unten. Sie dienen der Flexibilität im Alltag.
Langzeitkonten sammeln Guthaben über Jahre, für ein Sabbatical oder den vorgezogenen Ruhestand. Sobald das Guthaben mehr als 250 Stunden oder ein Vielfaches des Monatsentgelts erreicht und die Vereinbarung eine Freistellung vorsieht, greifen die Regeln über Wertguthaben nach §§ 7b ff. SGB IV, einschließlich der Insolvenzsicherung nach § 7e SGB IV.
Was beim Austritt passiert
Ein positiver Saldo ist auszuzahlen, wenn er nicht mehr abgebaut werden kann. Ein negativer Saldo darf nur zurückgefordert werden, wenn die Minusstunden auf einer Entscheidung der Beschäftigten beruhen und eine entsprechende Vereinbarung besteht. Fehlt Arbeit, weil der Betrieb keine hat, trägt er das Risiko (§ 615 BGB).
Beispiel: Kurzzeitkonto mit Kappungsgrenze
- Vereinbart: 38 Stunden je Woche, Kappungsgrenze plus 60 und minus 20 Stunden.
- Januar: 170 Ist zu 165 Soll, Saldo +5.
- Februar: 180 Ist zu 152 Soll, Saldo +33.
- März: 140 Ist zu 167 Soll, Saldo +6.
- Der Saldo bleibt innerhalb der Kappungsgrenze, ein Ausgleich ist nicht erzwungen.
Häufiger Fehler
Der häufigste Fehler: Das Konto wird geführt, aber nie geleert. Nach zwei Jahren steht ein Saldo von 180 Stunden, den niemand mehr abbauen kann und den auszuzahlen teuer wird. Eine Kappungsgrenze und ein fester Ausgleichszeitpunkt gehören in jede Vereinbarung.
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: 2. September 2026