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Es ist Geld, nicht nur eine Zahl
Hinter jeder Stunde im Guthaben steht ein Vergütungsanspruch, der bereits entstanden ist. Das Konto verschiebt nur den Zeitpunkt, zu dem er erfüllt wird, und die Form: Freizeit statt Auszahlung.
Daraus folgt die wichtigste Konsequenz: Ein Guthaben kann nicht einfach verfallen. Eine Klausel, nach der Stunden zum Jahresende ersatzlos wegfallen, benachteiligt unangemessen und ist als Allgemeine Geschäftsbedingung nach § 307 Abs. 1 BGB in der Regel unwirksam.
Was zulässig geregelt werden kann
Eine Kappungsgrenze, ab der weitere Stunden ausgezahlt oder in ein Langzeitkonto überführt werden. Ein Zeitpunkt, zu dem abgerechnet wird. Ein Vorrang des Freizeitausgleichs vor der Auszahlung. Eine Ausschlussfrist, innerhalb derer Ansprüche geltend zu machen sind, sofern sie mindestens drei Monate beträgt und beide Seiten gleich bindet.
Unzulässig ist dagegen alles, was den bereits entstandenen Anspruch ersatzlos beseitigt.
Beim Austritt wird abgerechnet
Ein Guthaben, das nicht mehr durch Freizeit abgebaut werden kann, ist auszuzahlen. Das gilt auch dann, wenn der Arbeitsvertrag nur den Freizeitausgleich vorsieht: Ist er tatsächlich nicht mehr möglich, tritt die Vergütung an seine Stelle.
Beispiel: Auszahlung beim Austritt
- Saldo bei Austritt: 62 Stunden.
- Monatsgehalt 3.400 €, Wochenarbeitszeit 38 Stunden.
- Stundensatz: 3.400 € ÷ (38 × 4,348) = 20,58 €.
- Auszahlung: 62 × 20,58 € = 1.275,96 € brutto.
Häufiger Fehler
Das Guthaben wird über Jahre aufgebaut und niemand rechnet aus, was es kostet. Bei zwölf Beschäftigten mit je 60 Stunden sind das schnell 15.000 €, die als Rückstellung in der Bilanz stehen müssten und es oft nicht tun.
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: 2. September 2026