Vertrauensarbeitszeit
Bei Vertrauensarbeitszeit verzichtet der Arbeitgeber darauf, Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit vorzugeben, und schaut auf das Ergebnis. Die vereinbarte Arbeitszeit bleibt geschuldet.
Stand:September 2026
Was der Begriff meint
Der Begriff steht in keinem Gesetz. Gemeint ist der Verzicht auf die Steuerung der Lage der Arbeitszeit, nicht der Verzicht auf die Arbeitszeit selbst und erst recht nicht auf ihre Grenzen.
Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13.09.2022 (1 ABR 22/21) muss auch bei Vertrauensarbeitszeit erfasst werden. Der Referentenentwurf zur Novelle des Arbeitszeitgesetzes hält ausdrücklich an dem Modell fest und verlangt zugleich die Aufzeichnung.
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Abgrenzung
Zur Gleitzeit: Dort gibt es einen Rahmen und in der Regel ein Zeitkonto. Bei Vertrauensarbeitszeit fehlt der Rahmen; ein Konto kann trotzdem geführt werden und ist seit 2022 der Regelfall.
Zur Arbeit auf Abruf: Dort bestimmt der Arbeitgeber die Lage kurzfristig, allerdings mit den Schutzregeln aus § 12 Teilzeit- und Befristungsgesetz. Das ist das Gegenteil von Vertrauensarbeitszeit.
Häufiger Fehler
Der verbreitetste Irrtum: Vertrauensarbeitszeit heiße, es werde nicht erfasst. Das war vor 2022 gängige Praxis und ist seither ein Verstoß gegen die Pflicht aus § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG.
Nachlesen
- BAG, Beschluss vom 13.09.2022, 1 ABR 22/21
- § 3 Abs. 2 Nr. 1 ArbSchG, § 12 TzBfG
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: September 2026
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Verwandte Begriffe
Gleitzeit
Bei Gleitzeit bestimmen Beschäftigte Beginn und Ende ihrer täglichen Arbeitszeit innerhalb eines vorgegebenen Rahmens selbst. Die vereinbarte Arbeitszeit bleibt unverändert, nur ihre Lage ist flexibel.
Kernarbeitszeit
Die Kernarbeitszeit ist der Teil des Gleitzeitrahmens, in dem alle Beschäftigten anwesend sein müssen. Außerhalb davon können Beginn und Ende frei gewählt werden.
Arbeitszeitkonto
Ein Arbeitszeitkonto hält fest, wie viele Stunden jemand über oder unter der vereinbarten Arbeitszeit liegt. Der Saldo wird über einen festgelegten Zeitraum ausgeglichen, durch Freizeit oder durch Auszahlung.
Mobile Arbeit
Mobile Arbeit ist Arbeit, die ortsunabhängig mit Informationstechnik erbracht wird. Homeoffice im Rechtssinn ist der engere Fall eines fest eingerichteten Telearbeitsplatzes in der Wohnung.
Arbeitszeitbetrug
Arbeitszeitbetrug bezeichnet die vorsätzlich falsche Angabe geleisteter Arbeitszeit, etwa durch Stempeln für abwesende Kollegen oder das Eintragen nicht geleisteter Stunden. Er ist ein schwerer Verstoß gegen die arbeitsvertragliche Pflicht.