Ampelkonto
Ein Ampelkonto ist ein Arbeitszeitkonto mit gestuften Grenzen. Solange der Saldo im grünen Bereich liegt, passiert nichts; im gelben Bereich greifen Abbaupflichten, im roten Bereich darf keine weitere Mehrarbeit anfallen.
Stand: September 2026
Wozu die Stufen gut sind
Ein einfaches Zeitkonto zeigt nur eine Zahl. Erst wenn der Saldo zu hoch ist, fällt es auf, und dann ist der Abbau schwer. Die Stufen zwingen dazu, früher zu handeln, und verteilen die Verantwortung: Grün liegt bei der Person, Gelb bei der Führungskraft, Rot beim Betrieb.
Rechtlich beruht das Modell auf Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag. Das Arbeitszeitgesetz kennt es nicht, verlangt aber ohnehin, dass die Höchstarbeitszeit im Durchschnitt eingehalten wird.
Diese Größen rechnet MetronHR selbst: Zeitkonten, Zuschläge, Überstunden und die Grenzen des Arbeitszeitgesetzes, bei jeder Buchung.
Was in die Regelung gehört
Die Grenzen je Stufe nach oben und unten, wer bei Gelb und Rot informiert wird, welche Maßnahmen dann zu ergreifen sind, und was passiert, wenn der Saldo trotz Maßnahmen weiter steigt.
Sinnvoll ist außerdem eine Kappungsgrenze: Stunden über einem bestimmten Wert verfallen nicht, sondern werden ausgezahlt oder in ein Langzeitkonto überführt. Ein ersatzloser Verfall wäre eine Kürzung des Vergütungsanspruchs und in der Regel unwirksam.
- Grün: Saldo zwischen minus 10 und plus 30 Stunden, keine Maßnahme.
- Gelb: bis plus 60 Stunden, die Führungskraft vereinbart einen Abbauplan.
- Rot: darüber, keine Mehrarbeit mehr, Abbau innerhalb von acht Wochen.
Beispiel: Verlauf über ein Quartal
- Januar: Saldo +18 Stunden, grün.
- Februar: Saldo +41 Stunden, gelb. Abbauplan bis Ende April vereinbart.
- März: Saldo +38 Stunden, weiterhin gelb, Plan greift.
- April: Saldo +22 Stunden, wieder grün.
Häufiger Fehler
Die Stufen werden vereinbart, aber niemand wird benachrichtigt. Ein Ampelkonto ohne automatische Meldung ist ein gewöhnliches Zeitkonto mit drei Farben.
Wie MetronHR das abbildet
Die Schwellen für Gelb und Rot werden einmal für den Betrieb hinterlegt, getrennt für Plus- und Minussaldo, und gelten dann für alle gleich. Gemessen wird der aufgelaufene Saldo, also genau die Zahl, die im Stundenkonto steht.
Erreicht ein Konto eine Stufe, geht eine Meldung an die betroffene Person; Führung und HR bekommen je Stufe eine Zahl statt einer Meldung je Konto. Gemeldet wird der Wechsel, nicht der Zustand: wer bereits gelb ist, bekommt die Warnung nicht jeden Tag erneut. Gebucht oder gekappt wird nichts, die Ampel meldet und schneidet nicht ab.
Nachlesen
- § 3 ArbZG
- § 87 Abs. 1 Nr. 2 und 3 BetrVG
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: September 2026
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Verwandte Begriffe
Arbeitszeitkonto
Ein Arbeitszeitkonto hält fest, wie viele Stunden jemand über oder unter der vereinbarten Arbeitszeit liegt. Der Saldo wird über einen festgelegten Zeitraum ausgeglichen, durch Freizeit oder durch Auszahlung.
Ausgleichszeitraum
Der Ausgleichszeitraum ist die Spanne, über die der Durchschnitt von acht Stunden werktäglicher Arbeitszeit eingehalten werden muss. Er beträgt sechs Kalendermonate oder 24 Wochen.
Freizeitausgleich
Freizeitausgleich bedeutet, dass geleistete Mehrarbeit durch bezahlte Freistellung ausgeglichen wird statt durch Auszahlung. Er setzt eine Vereinbarung voraus, aus dem Gesetz folgt er nicht.
Kappungsgrenze
Eine Kappungsgrenze ist der vereinbarte Höchst- oder Tiefstwert eines Arbeitszeitkontos. Wird sie erreicht, greift eine festgelegte Folge, etwa Auszahlung, Umbuchung oder ein Verbot weiterer Mehrarbeit.