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Maximale Arbeitszeit im Sicherheitsdienst: wann 12 Stunden erlaubt sind

Kurz gesagtOhne Tarifvertrag gilt im Sicherheitsdienst die Grenze von zehn Stunden am Tag, mit elf Stunden Ruhezeit danach. Zwölf Stunden und mehr sind nur erlaubt, wenn ein Tarifvertrag das wegen regelmäßiger Arbeitsbereitschaft zulässt; dann darf der Schnitt über zwölf Monate 48 Stunden je Woche nicht übersteigen. Die Zeiten werden nach § 17 MiLoG binnen sieben Tagen aufgezeichnet.
Stand: November 20264 Minuten LesezeitArbeitszeitgesetz (ArbZG), §§ 2 bis 7, 10, 11, 16 · § 17 Mindestlohngesetz (Aufzeichnungspflicht)
Inhalt
  1. Die Grenzen ohne Tarifvertrag
  2. Wann zwölf Stunden erlaubt sind
  3. Nachtdienst im Objektschutz
  4. Aufzeichnung bei wechselnden Objekten
  5. Wie oft der Zoll im Sicherheitsgewerbe prüft
  6. Stempeln am Objekt, planen mit Qualifikation

Die Grenzen ohne Tarifvertrag

Die Bewachungsverordnung regelt Unterrichtung, Sachkunde und Dienstanweisung, aber keine Arbeitszeit, und auch das Arbeitsschutzgesetz setzt keine Höchstarbeitszeiten. Für die Dauer der Schichten gilt deshalb allein das Arbeitszeitgesetz, und das kennt für das Bewachungsgewerbe nur eine Ausnahme: den Sonntag, soweit die Arbeit nicht an Werktagen erledigt werden kann (§ 10 Abs. 1 Nr. 13 ArbZG). Bei Tageshöchstzeit, Pausen und Ruhezeit gibt es keinen Sonderweg.

Arbeitszeitregeln im Bewachungsgewerbe

Regelohne Tarifvertragmit Tarifvertrag nach § 7 ArbZG
Arbeitszeit je Werktag8 Stunden, bis 10 bei Ausgleich in 6 Monaten oder 24 Wochenüber 10 Stunden, wenn regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft anfällt
Wochenschnitt48 Stunden über 6 Monate oder 24 Wochen, abgeleitet aus § 3 (8 Stunden an 6 Werktagen)48 Stunden über 12 Kalendermonate
Pause30 Minuten ab mehr als 6 Stunden, 45 Minuten ab mehr als 9 Stundenwie links, soweit der Tarifvertrag nichts anderes regelt
Ruhezeit11 Stundennach mehr als 12 Stunden sofort 11 Stunden
Nachtarbeitnehmer8 Stunden, bis 10 bei Ausgleich in 1 Kalendermonat oder 4 Wochenlänger bei Arbeitsbereitschaft, Ausgleichszeitraum nach Tarifvertrag
Sonntagerlaubt, soweit die Arbeit nicht an Werktagen erledigt werden kann, 15 Sonntage im Jahr frei, Ersatzruhetag binnen 2 Wochenwie links

Quellen: §§ 3, 4, 5, 6, 7 Abs. 1 Nr. 1 und 4, Abs. 8 und 9, §§ 10, 11 ArbZG.

  • Arbeitszeit je Werktag

    ohne Tarifvertrag
    8 Stunden, bis 10 bei Ausgleich in 6 Monaten oder 24 Wochen
    mit Tarifvertrag nach § 7 ArbZG
    über 10 Stunden, wenn regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft anfällt
  • Wochenschnitt

    ohne Tarifvertrag
    48 Stunden über 6 Monate oder 24 Wochen, abgeleitet aus § 3 (8 Stunden an 6 Werktagen)
    mit Tarifvertrag nach § 7 ArbZG
    48 Stunden über 12 Kalendermonate
  • Pause

    ohne Tarifvertrag
    30 Minuten ab mehr als 6 Stunden, 45 Minuten ab mehr als 9 Stunden
    mit Tarifvertrag nach § 7 ArbZG
    wie links, soweit der Tarifvertrag nichts anderes regelt
  • Ruhezeit

    ohne Tarifvertrag
    11 Stunden
    mit Tarifvertrag nach § 7 ArbZG
    nach mehr als 12 Stunden sofort 11 Stunden
  • Nachtarbeitnehmer

    ohne Tarifvertrag
    8 Stunden, bis 10 bei Ausgleich in 1 Kalendermonat oder 4 Wochen
    mit Tarifvertrag nach § 7 ArbZG
    länger bei Arbeitsbereitschaft, Ausgleichszeitraum nach Tarifvertrag
  • Sonntag

    ohne Tarifvertrag
    erlaubt, soweit die Arbeit nicht an Werktagen erledigt werden kann, 15 Sonntage im Jahr frei, Ersatzruhetag binnen 2 Wochen
    mit Tarifvertrag nach § 7 ArbZG
    wie links

Quellen: §§ 3, 4, 5, 6, 7 Abs. 1 Nr. 1 und 4, Abs. 8 und 9, §§ 10, 11 ArbZG.

Wann zwölf Stunden erlaubt sind

Im Pfortendienst, im Objektschutz oder in der Leitstelle fällt viel Arbeitsbereitschaft an: wache Aufmerksamkeit, ohne dass ständig etwas zu tun ist. Sie zählt voll zur Arbeitszeit. Ein Tarifvertrag darf die Tagesarbeitszeit über zehn Stunden hinaus verlängern, wenn in sie regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft oder Bereitschaftsdienst fällt (§ 7 Abs. 1 Nr. 1 a ArbZG). Das ist die Grundlage der 12-Stunden-Schicht.

Drei Bedingungen hängen daran. Im Schnitt von zwölf Kalendermonaten dürfen es nicht mehr als 48 Stunden je Woche sein (§ 7 Abs. 8 ArbZG). Nach einer Schicht von mehr als zwölf Stunden folgen sofort elf Stunden Ruhezeit (§ 7 Abs. 9 ArbZG). Und ein Betrieb ohne Tarifbindung kann eine solche Regel nur im Geltungsbereich des Tarifvertrags übernehmen, per Betriebsvereinbarung oder, ohne Betriebsrat, per schriftlicher Vereinbarung mit der einzelnen Person (§ 7 Abs. 3 ArbZG).

Erlaubt der Tarifvertrag sogar, über acht Stunden hinaus ohne Ausgleich zu verlängern, braucht es zusätzlich die schriftliche Einwilligung jeder Person. Sie kann mit sechs Monaten Frist widerrufen werden, und wer nicht einwilligt, darf nicht benachteiligt werden (§ 7 Abs. 2a und 7 ArbZG). Diese Einwilligungen musst du in einem Verzeichnis führen und zwei Jahre aufbewahren (§ 16 Abs. 2 ArbZG).

Nachtdienst im Objektschutz

Nachtzeit ist die Zeit von 23 bis 6 Uhr. Wer normalerweise nachts in Wechselschicht arbeitet oder an mindestens 48 Tagen im Jahr Schichten mit mehr als zwei Stunden in dieser Zeit hat, ist Nachtarbeitnehmer (§ 2 Abs. 3 bis 5 ArbZG). In vielen Bewachungsdiensten trifft das auf einen großen Teil der Wachleute zu.

  • Ohne Tarifvertrag zehn Stunden in der Nacht nur, wenn der Schnitt binnen eines Kalendermonats oder von vier Wochen bei acht Stunden liegt (§ 6 Abs. 2 ArbZG).
  • Anspruch auf eine arbeitsmedizinische Untersuchung vor Beginn und dann alle drei Jahre, ab 50 jedes Jahr. Die Kosten trägt der Arbeitgeber, sofern er die Untersuchung nicht kostenlos über einen Betriebsarzt anbietet (§ 6 Abs. 3 ArbZG).
  • Für die Nachtstunden bezahlte freie Tage oder ein angemessener Zuschlag, wenn kein Tarifvertrag das regelt (§ 6 Abs. 5 ArbZG).

Aufzeichnung bei wechselnden Objekten

Das Wach- und Sicherheitsgewerbe steht in § 2a Abs. 1 Nr. 10 SchwarzArbG. Deshalb gilt § 17 MiLoG: Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit bis zum Ablauf des siebten Kalendertags, zwei Jahre aufbewahrt, auf Verlangen des Zolls auch am Einsatzort vorzulegen. Jede Wachperson führt außerdem ihren Ausweis mit.

Ausgenommen sind nach § 1 der Mindestlohndokumentationspflichtenverordnung nur Beschäftigte, deren regelmäßiges Monatsentgelt 4.461 Euro brutto überschreitet, oder 2.974 Euro, wenn es nachweislich für die letzten vollen zwölf Monate gezahlt wurde, sowie Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder und Eltern des Arbeitgebers, die im Betrieb mitarbeiten.

Schwierig wird das, wenn die Arbeit dort stattfindet, wo kein Büro ist: an wechselnden Objekten, nachts, oft allein. Ein Zettel, der am Monatsende zurückkommt, hält die Sieben-Tage-Frist nicht. Und mit 12-Stunden-Schichten muss jede Schicht einzeln nachweisbar sein, sonst lässt sich der Jahresschnitt von 48 Stunden nicht belegen.

Wie oft der Zoll im Sicherheitsgewerbe prüft

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit hat 2025 im Sicherheitsgewerbe 731 Arbeitgeber geprüft und 15.843 Personen überprüft. Der Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 Euro je Stunde.

Personenüberprüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit 2025 nach Branche (Personen)
  • Gaststätten und Beherbergung74.490 Personen
  • Bau64.761 Personen
  • Spedition, Transport, Logistik23.053 Personen
  • Sicherheitsgewerbe15.843 Personen
  • Friseur und Kosmetik15.787 Personen
  • Gebäudereinigung14.954 Personen
  • Getränkehandel, Kioske, Tankstellenshops3.632 Personen
  • Pflege3.597 Personen
Zahlen als Tabelle
Personenüberprüfungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit 2025 nach Branche
GruppePersonen
Gaststätten und Beherbergung74.490
Bau64.761
Spedition, Transport, Logistik23.053
Sicherheitsgewerbe15.843
Friseur und Kosmetik15.787
Gebäudereinigung14.954
Getränkehandel, Kioske, Tankstellenshops3.632
Pflege3.597

Quelle: Zoll, Durchgeführte Prüfungen 2025, Stand 03.01.2026

Stempeln am Objekt, planen mit Qualifikation

In MetronHR stempelt die Wachperson am Objekt per App oder am Terminal mit NFC-Karte. Die Zeit steht am selben Tag minutengenau im System, ohne Rundung, je Person und Objekt, und das Stundenkonto läuft über alle Objekte.

Im Dienstplan des Professional-Tarifs hinterlegst du an einer Tätigkeit, welche Qualifikation sie verlangt. MetronHR schlägt beim Einteilen nur passende Personen vor und meldet einen Konflikt, wenn jemand ohne sie eingeteilt ist. Vor der Veröffentlichung meldet er außerdem, wenn die eingestellte Ruhezeit, die Tages- oder Wochengrenze oder die Höchstzahl von Arbeitstagen in Folge überschritten ist. Nacht-, Sonntags- und Feiertagsstunden stehen am Monatsende je Person in der Excel-Monatsübersicht und in der Lohndatei für DATEV.

Häufige Fragen

Was uns dazu am häufigsten gefragt wird.

Steht deine Frage nicht dabei? Schritt für Schritt erklärt ist die Bedienung im Hilfezentrum.

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Wie viele Stunden darf ein Sicherheitsmitarbeiter am Tag arbeiten?

Ohne Tarifvertrag höchstens zehn Stunden, im Schnitt acht. Mit einem Tarifvertrag, der wegen regelmäßiger Arbeitsbereitschaft längere Schichten zulässt, auch zwölf Stunden und mehr, bei 48 Stunden je Woche im Jahresschnitt.

Sind 12-Stunden-Schichten im Sicherheitsdienst erlaubt?

Nur auf Grundlage eines Tarifvertrags nach § 7 ArbZG, wenn in die Schicht regelmäßig und in erheblichem Umfang Arbeitsbereitschaft fällt. Nach mehr als zwölf Stunden folgen sofort elf Stunden Ruhezeit.

Zählt Arbeitsbereitschaft im Pfortendienst als Arbeitszeit?

Ja, vollständig. Sie erlaubt nur, dass ein Tarifvertrag längere Schichten zulässt, sie verkürzt die gezählte Arbeitszeit nicht.

Wie viel Ruhezeit braucht ein Sicherheitsmitarbeiter?

Elf Stunden nach Ende der Arbeit, ohne Branchenausnahme. Nach einer Schicht von mehr als zwölf Stunden müssen die elf Stunden unmittelbar anschließen.

Regelt die Bewachungsverordnung die Arbeitszeit?

Nein. Sie regelt Unterrichtung, Sachkunde und Dienstanweisung. Für die Arbeitszeit gilt das Arbeitszeitgesetz, nicht die Bewachungsverordnung und auch nicht das Arbeitsschutzgesetz.

Regeln kennen ist das eine. Sie einhalten das andere.

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