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Welches Gewerk was aufzeichnen muss
Die Erfassungspflicht gilt seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 für jeden Arbeitgeber, eine Form ist heute nicht vorgeschrieben. Strenger wird es für Gewerke, die in der Liste des § 2a SchwarzArbG stehen: Dort verlangt § 17 MiLoG die Aufzeichnung von Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit bis zum Ablauf des siebten Kalendertags. Die Liste nennt das Baugewerbe und das Friseur- und Kosmetikgewerbe, aber zum Beispiel nicht Bäckereien oder Tischlereien. Das Fleischerhandwerk ist dort ausdrücklich ausgenommen.
Ob ein Handwerksbetrieb zum Baugewerbe zählt, hängt davon ab, ob er Bauleistungen erbringt. Elektro-, Sanitär-, Maler-, Dachdecker- und Gerüstbaubetriebe tun das häufig, ein Elektriker, der nur Geräte in der Werkstatt repariert, eher nicht. Die Pflicht nach § 17 MiLoG entfällt nach § 1 MiLoDokV für Beschäftigte über 4.461 Euro brutto im Monat, oder über 2.974 Euro, wenn dieses Entgelt nachweislich die letzten vollen zwölf Monate gezahlt wurde, und für mitarbeitende Ehegatten, eingetragene Lebenspartner, Kinder und Eltern des Inhabers.
Aufzeichnungspflicht nach Gewerk
| Gewerk | Was aufzuzeichnen ist | Vorschrift |
|---|---|---|
| Bau und Ausbau, soweit Bauleistungen erbracht werden, häufig Elektro, Sanitär, Maler, Dachdecker, Gerüstbau | Beginn, Ende, Dauer für alle Beschäftigten bis zum 7. Kalendertag, 2 Jahre aufbewahren, Ausweis mitführen | § 17 MiLoG, § 2a Abs. 1 Nr. 1 SchwarzArbG |
| Friseur und Kosmetik | wie oben | § 17 MiLoG, § 2a Abs. 1 Nr. 11 SchwarzArbG |
| Bäckerei, Tischlerei, Fleischerei und andere | gesamte Arbeitszeit, keine Form vorgeschrieben; über 8 Stunden je Werktag 2 Jahre aufbewahren | BAG 1 ABR 22/21, § 16 Abs. 2 ArbZG |
| Minijobber in jedem Gewerk | Beginn, Ende, Dauer bis zum 7. Kalendertag, 2 Jahre aufbewahren | § 17 Abs. 1 MiLoG |
Ausnahmen nach § 1 MiLoDokV für hohe Monatsentgelte und mitarbeitende enge Familienangehörige. Gilt für ein Gewerk ein Branchenmindestlohn, kommt § 19 AEntG hinzu.
Bau und Ausbau, soweit Bauleistungen erbracht werden, häufig Elektro, Sanitär, Maler, Dachdecker, Gerüstbau
- Was aufzuzeichnen ist
- Beginn, Ende, Dauer für alle Beschäftigten bis zum 7. Kalendertag, 2 Jahre aufbewahren, Ausweis mitführen
- Vorschrift
- § 17 MiLoG, § 2a Abs. 1 Nr. 1 SchwarzArbG
Friseur und Kosmetik
- Was aufzuzeichnen ist
- wie oben
- Vorschrift
- § 17 MiLoG, § 2a Abs. 1 Nr. 11 SchwarzArbG
Bäckerei, Tischlerei, Fleischerei und andere
- Was aufzuzeichnen ist
- gesamte Arbeitszeit, keine Form vorgeschrieben; über 8 Stunden je Werktag 2 Jahre aufbewahren
- Vorschrift
- BAG 1 ABR 22/21, § 16 Abs. 2 ArbZG
Minijobber in jedem Gewerk
- Was aufzuzeichnen ist
- Beginn, Ende, Dauer bis zum 7. Kalendertag, 2 Jahre aufbewahren
- Vorschrift
- § 17 Abs. 1 MiLoG
Ausnahmen nach § 1 MiLoDokV für hohe Monatsentgelte und mitarbeitende enge Familienangehörige. Gilt für ein Gewerk ein Branchenmindestlohn, kommt § 19 AEntG hinzu.
Wann die Fahrt zum Kunden Arbeitszeit ist
Beginnt der Tag in der Werkstatt, weil Material, Werkzeug oder Kollegen abgeholt werden, ist die Fahrt von dort zum Kunden und zwischen zwei Kunden Arbeitszeit. Der Beginn ist dann die Zeit auf dem Hof, nicht beim Kunden.
Fährt jemand direkt von zu Hause los, kommt es darauf an. Wer jeden Tag zu anderen Kunden fährt und keinen festen oder gewöhnlichen Arbeitsort hat, etwa im Kundendienst, arbeitet nach dem Europäischen Gerichtshof ab der Abfahrt (Urteil vom 10. September 2015, C-266/14). Wer dagegen wochenlang auf dieselbe Baustelle fährt, hat dort einen gewöhnlichen Arbeitsort, und die Fahrt ist in der Regel Arbeitsweg. Wie die Fahrt bezahlt wird, kann der Arbeits- oder Tarifvertrag gesondert regeln.
Azubis unter 18
Im Handwerk sind viele Auszubildende minderjährig, und für sie gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz statt der Grenzen für Erwachsene: höchstens acht Stunden am Tag und 40 in der Woche (§ 8 JArbSchG), Arbeit nur zwischen 6 und 20 Uhr (§ 14 Abs. 1) und zwölf Stunden Freizeit zwischen zwei Arbeitstagen (§ 13). Der Berufsschultag wird nach § 9 JArbSchG auf die Arbeitszeit angerechnet.
Samstags dürfen Jugendliche grundsätzlich nicht arbeiten (§ 16 Abs. 1 JArbSchG). Die Ausnahmen in Absatz 2 nennen unter anderem Bäckereien und Konditoreien, das Friseurhandwerk und Kfz-Werkstätten, nicht aber Baustellen. Der Samstagseinsatz auf der Baustelle ist für den 17-jährigen Azubi also tabu. Wo Samstagsarbeit erlaubt ist, gibt es dafür einen freien Tag in derselben Woche. In Bäckereien dürfen Jugendliche über 16 ab 5 Uhr arbeiten, über 17 ab 4 Uhr (§ 14 Abs. 2 und 3).
Wie oft der Zoll im Handwerk prüft
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit führt mehrere Handwerke in ihrer Statistik als eigene Branchen, getrennt vom Bauhaupt- und Baunebengewerbe mit seinen 5.514 Arbeitgeberprüfungen. 2025 prüfte sie 1.641 Friseur- und Kosmetiksalons, 468 Betriebe des Elektrohandwerks, 264 des Maler- und Lackiererhandwerks, 174 des Dachdeckerhandwerks und 96 des Gerüstbauerhandwerks. Dazu kamen 15.787, 4.663, 2.055, 1.727 und 1.353 Personenüberprüfungen.
Bei einer Prüfung müssen die Aufzeichnungen auf Deutsch vorliegen, auf Verlangen auch am Ort der Beschäftigung (§ 17 Abs. 2 MiLoG). Der Stundenzettel, der erst am Monatsende aus dem Firmenwagen ins Büro kommt, erfüllt die Sieben-Tage-Frist nicht, wenn er bis dahin leer war.
- Friseur- und Kosmetiksalons1.641 Prüfungen
- Elektrohandwerk468 Prüfungen
- Maler- und Lackiererhandwerk264 Prüfungen
- Dachdeckerhandwerk174 Prüfungen
- Gerüstbauerhandwerk96 Prüfungen
Zahlen als Tabelle
| Gruppe | Prüfungen |
|---|---|
| Friseur- und Kosmetiksalons | 1.641 |
| Elektrohandwerk | 468 |
| Maler- und Lackiererhandwerk | 264 |
| Dachdeckerhandwerk | 174 |
| Gerüstbauerhandwerk | 96 |
Quelle: Zoll, Durchgeführte Prüfungen 2025, Stand 03.01.2026
Zeiten auf den Auftrag buchen
In MetronHR buchen Gesellen und Azubis Beginn, Ende und Pause per App, auch ohne Netz: Die App speichert die Buchung und überträgt sie, sobald wieder Empfang da ist. Jede Zeit lässt sich auf Kunde, Projekt und Leistung buchen, minutengenau und ohne Rundung, sodass die Stunden je Auftrag für die Nachkalkulation da sind. Wer kein Diensthandy hat, stempelt am Terminal in der Werkstatt mit einer NFC-Karte.
Im Professional-Tarif prüft der Einsatzplan die Regeln für Jugendliche mit: das Zeitfenster, die Fünf-Tage-Woche, Samstag und Sonntag. Dazu kommen Ruhezeit und Tageshöchstgrenze für alle. Am Monatsende stehen die Stunden in der Excel-Monatsübersicht und in der Lohndatei für DATEV.
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: 2. November 2026