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Wo ein Anspruch besteht
Nur bei Nachtarbeit, und auch dort nur dem Grunde nach: § 6 Abs. 5 ArbZG verlangt eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das Bruttoarbeitsentgelt, soweit keine tarifvertragliche Ausgleichsregelung besteht. Die Höhe nennt das Gesetz nicht; die Rechtsprechung hält 25 Prozent regelmäßig für angemessen, bei Dauernachtarbeit auch mehr.
Für Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie für Mehrarbeit gibt es keinen gesetzlichen Zuschlagsanspruch. Er entsteht nur aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung, Arbeitsvertrag oder betrieblicher Übung.
Was § 3b EStG regelt
Nicht den Anspruch, sondern die Besteuerung. Steuerfrei sind Zuschläge bis 25 Prozent für Nachtarbeit zwischen 20 und 6 Uhr, bis 40 Prozent zwischen 0 und 4 Uhr bei vor Mitternacht begonnener Arbeit, bis 50 Prozent für Sonntagsarbeit, bis 125 Prozent für gesetzliche Feiertage und den 31. Dezember ab 14 Uhr und bis 150 Prozent für den 24. Dezember ab 14 Uhr, den 25. und 26. Dezember sowie den 1. Mai.
Der Grundlohn wird dabei mit höchstens 50 € je Stunde angesetzt. Für die Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung liegt die Grenze bei 25 € je Stunde (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV). Beide Grenzen sind unterschiedlich, und genau das wird oft übersehen.
Beispiel: Nachtschicht mit 22 € Grundlohn
- Acht Stunden zwischen 22:00 und 6:00 Uhr, Zuschlag 25 Prozent.
- Zuschlag: 22 € × 25 % × 8 h = 44,00 €.
- Steuerfrei, weil 22 € unter der Grenze von 50 € liegen.
- Beitragsfrei, weil 22 € unter der Grenze von 25 € liegen.
Häufiger Fehler
Ein Überstundenzuschlag wird als steuerfrei behandelt. § 3b EStG erfasst nur Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit. Ein Zuschlag dafür, dass jemand länger arbeitet, ist voll steuer- und beitragspflichtig.
Das ist keine Rechtsberatung, bei einem konkreten Fall im Betrieb fragst du besser jemanden mit Zulassung.
Herausgeberin: AMNAU GmbH
Redaktionell verantwortlich: Ugur Aydogan, Produktentwicklung.
Zuletzt fachlich geprüft: 2. September 2026